natureOffice Blog

Your awesome Tagline

Einträge getaggt mit Klimakonferenz

0 Anmerkungen

UN Konferenz in Doha – 4%-Partei FDP droht mit Enthaltung.

Gestern begann im Emirat Katar die 18. UN Klimakonfernz (COP 18). 195 Staaten verhandeln in den kommenden zwei Wochen unter anderem über die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls und die Entwicklung eines globalen Klimaschutzvertrages. Um katastrophale Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden wurde in Kyoto ein klares Ziel definiert - die globale Erwärmung bis 2100 auf 2°C zu beschränken.  Seit 2000 sind die weltweiten Emissionen jedoch um 20% gestiegen (UNEP - The Emission Gap Report) - diese Entwicklung läuft auf eine globale Erwärmung von 3,5 bis 6 °C hinaus. Dadurch werden zahlreiche Lebensräume der Erde gefährdet

Rede von Severn Suzuki 1992 auf UN Earth Summit.

„Die Zeichen stehen wohl so, dass die 2-Grad-Grenze gerissen wird, so tragisch das ist. Die bislang angebotenen Verpflichtungen ergeben immer noch eine Minderungslücke von 8 Gigatonnen. Ich sehe momentan einfach zu wenig Willen für eine ausreichende Kehrtwende und zu viele Interessen dagegen. Selbst Europa kann sich ja bislang nicht durchringen, sein bedingungsloses Klimaschutzziel bis 2020 von lächerlichen minus 20 Prozent auf wenigstens minus 30 Prozent gegenüber 1990 zu verschärfen. Dabei sind wir schon bei minus 17,5 Prozent. Wollen wir uns die nächsten acht Jahre ausruhen?“ (Eva Bulling-Schröter, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit).

Die Verfehlung des 2°C Zieles kann nur durch ein ambitioniertes Engagement der Industrienationen vermieden werden. Umweltminister Peter Altmaier fordert daher für die EU eine Minderung des CO2 Ausstoßes in Europa um 30% und eine Verknappung der Emissionsrechte. Er erhält dafür strenge Kritik durch die Industrie. Wirtschaftsminister Philipp Rösler droht sogar mit einer Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung zum Emissionshandel auf dem EU Gipfel im Dezember. Hans Jürgen Kerkhoff (Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl) droht: „Wenn die Bundesregierung einer dauerhaften Verknappung der Zertifikate zustimme, würden die Strompreise und damit die Kosten der Energiewende weiter steigen.“ und zeigt damit, dass die Intension des Zertifikatehandels bei den Betroffenen noch immer nicht verstanden wurde. Eine nachhaltige Entwicklung erfordert Initiative und Übernahme von Verantwortung und darf nicht durch falsche Anreize blockiert werden. Als Vertreter einer Partei, die aktuell gerade 4% der Wählerschaft vertritt, sollte auch Herr Rösler überdenken, ob er mit seinen Äußerungen den Willen des deutschen Volkes vertritt oder vielmehr durch eine Lobby beeinflusst arbeitet.

Reduzieren statt Blockieren

Ein Blick zu unseren Nachbarn in die Schweiz zeigt, dass Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz längst verloren hat. Hier wird aktuelle geprüft die Emissionsminderungen gegenüber 1990 bis 2050 auf 80% auszuweiten. Über hohe Preise soll die Wirtschaft zu mehr Effizienz gezwungen werde. Selbst China plant bis 2020 eine Reduktion der Emissionen gegenüber 2005 um 40 bis 45% so Xie Zhenhua (Vizedirektor der chinesischen Komission für Entwicklung und Reform). 

Die Kosten des Handelns sind weitaus geringer als die des Nichthandelns

Durch die Einführung und Ausweitung energieeffizienter und ressourcenschonender Technik entstehende Investitionen erfordern zusätzlichen finanziellen Aufwand. Dieser steht jedoch in keinem Verhältnis zu den Kosten, die mit steigender Erderwärmung entstehen. Hurrikan Katrina hat in den USA circa 450 Milliarden US$ Schaden verursacht. Davon entfallen circa 200 Milliarden auf sichtbare Beschädigungen, ein Großteil jedoch entstand durch die Schäden an Infrastruktur, Ökologie und Landwirtschaft sowie Gesundheit. Regierungen, emissionsverursachende Industriezweige aber auch die Haushalte müssen daher mehr gezwungen werden Verantwortung zu übernehmen.

Abgelegt unter Klimagipfel Klimakonferenz

4 Anmerkungen

Die Miesen Ergebnisse von Durban

Kräftemessen der Industrienationen auf Kosten der Entwicklungsländer ging weiter.

Die hier und da zu vernehmenden Stimmen der Erleichterung über eine in letzter Minute erzielte Einigung und die Wertung dieser als „ … großen, wegweisenden Erfolg für den globalen Klimaschutz“ durch den Bundesumweltminister Röntgen, (BMU Pressemeldung) klingen in den Ohren derer, die sich durch die Klimaschutzkonferenz eine tatsächliche Trendwende im festgefahrenen Klimapolitikcircus erhofft hatten, wie Hohn.

 

Die 17. Klimakonferenz (COP 17) fand in der Zeit vom 28. November 2011 bis 11. Dezember 2011 in Durban, Südafrika statt. Der Slogan „Saving Tomorrow - Today“ (Link) sowie der Veranstaltungsort weckten viele Erwartungen bei den Beobachtern.

Die von Greenpeace geforderte „Courage für die Zukunft“ wurde jedoch nicht ergriffen, vielmehr wurden verbindliche Entscheidungen auf ein neues vertagt. Und die Entscheidung über die Fortsetzung des Kyoto-Protokolles bis 2020 und das Beschließen eines rechtlich verbindlichen Abkommens bis 2015 als großer Sieg gefeiert (Youtube-Video). Die Stimmen der tatsächlich vom Klimawandel betroffenen Nationen wurden nicht gehört und die Frage über die Finanzierung des so wichtigen Green Climate Fonds nicht verbindlich geklärt. 

Während in Bangladesch aufgrund des Klimawandels bereits zahlreiche Menschen umgesiedelt werden mussten und mittlerweile Reis angebaut wird, welcher Salzwasser verträgt, oder auf der Insel Towaln (Fidji-Inseln), nahezu kein Wasser vorhanden ist, das Grundwasser versalzen ist und Trinkwasser mit Flugzeugen eingeflogen werden muss, oder in El Salvador klimabedingte Ernteverluste in ungeahnter Höhe zu verzeichnen sind, wird in Durban über heisse Luft - hot air - diskutiert. 

Fragwürdig bleibt auch die Entscheidung die Carbon Capture and Storage Technologie (CCS) in den Clean Development Mechanism (CDM) aufzunehmen, fand doch zuletzt ein Getzesentwurf zur Anwendung dieser umstrittenen Technologie in Deutschland durch den Bundesrat keine Mehrheit. 

Was am Ende bleibt sind verschobene Entscheidungen und die schwindenden Erwartungen in die Klimakonferenz 2012 in Quatar (COP18).


Abgelegt unter Durban Klimakonferenz Green Climater Fonds

0 Anmerkungen

Sechs Szenarios für die Klimakonferenz in Kopenhagen

Björn Stigson (Bild: http://president.wbcsd.org) Vom “Business as usual” bis hin zum “real deal” - Björn Stigson, Präsident des World Business Council for Sustainable Development, sieht sechs verschiedene Möglichkeiten für den Ausgang der im Dezember in Kopenhagen stattfindenden Klimakonferenz. Wir hoffen, dass es mutige Entscheidungen geben wird, um wenigstens die vier Fragen zu beantworten, die Yvo de Boer vom UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) sieht: 1. Wie viel sind die Industrienationen bereit, ihren Klimagasausstoß zu senken? 2. Wie weit sind die wichtigsten Wachtungsländer wie China und Indien bereit, das Ansteigen ihrer Emissionen zu begrenzen? 3. Wie kann den Entwicklungs- und Schwellenländern (auch finanziell) geholfen werden, ihre Emissionen zu reduzieren? 4. Wie kann das finanziert werden? “If Copenhagen can deliver on those four points I’d be happy,” sagt Yvo de Boer. Gerade die Frage zwei stellt sich aus meiner Sicht moralisch schwierig heraus. Wir haben unser Wirtschaftswunder gehabt, wie kann man China und Indien ihres jetzt verbieten? Hier braucht es intelligente Lösungen, Konzept und vor allem Technologien. Mehr dazu:

Abgelegt unter Klimaschutz Klimakonferenz Klimawandel UNFCCC